< Blog Home    9. September 2022 

Schmetterlinge 2022 im Naturgarten Langenau

Wir haben in diesem Jahr rund 30 Tagfalterarten in unserem Naturgarten mit Foto dokumentieren können, einige mehr waren zu Besuch. Doch warum gibt es nicht überall so viele Schmetterlingsarten? Nun, die Erfolgsformel für Schmetterlinge lautet:


Raupenfutterpflanzen + Ungestörter (Über-) Lebensraum + Nektarquellen


Mit möglichst vielfältigen einheimischen Wildpflanzen und mit etwas Zurückhaltung (also z.B. einfach mal einen Wiesenstück über den Winter stehen lassen) lassen sich tolle Bedingungen für Schmetterlinge schaffen. Das Ergebnis für dieses Jahr seht Ihr unten in der Bildergalerie unserer Tagfalter. Wir wünsche Euch viel Freude beim Anschauen dieser herrlichen Tiere!

 


Raupenfutterpflanzen


Logisch: Haben die Raupen unserer heimischen Schmetterlinge nichts zu Fressen, entwickelt sich auch kein Schmetterling. So sind z.B. Widderchen-Raupen auf Hornklee oder Kronwicke, ein Zitronenfalter auf den Faulbaum oder das Tagpfauenauge auf Brennnesseln angewiesen.


Ungestörter (Über-) Lebensraum


Die allermeisten Tagfalter benötigen naturbelassene Wiesen und Landschaften. Ein Beispiel: Der Schwalbenschanz legt seine Eier auf Doldenblütler wie z.B. Wilde Möhre oder Fenchel ab. Dort entwickelt sich die Raupe und verpuppt sich. Viele der in der Puppe bereits fertig entwickelten Schmetterlinge überwintern an der Pflanze und schlüpfen erst im darauffolgenden Mai. Wird die Pflanze davor gemäht, stirbt der Schmetterling.


Nektarquellen


Natürlich braucht auch der fertige Schmetterling Nahrung. Hierzu bieten sich viele einheimischen Wildflanzen an.


Übrigens: Der aus Asien stammende Sommerflieder (sog. Schmetterlingsstrauch) lockt zwar etliche Schmetterlinge an, er bietet jedoch so wenig Nektar, dass manche Schmetterlinge bei der Nahrungssuche verhungern. Zudem bietet der Sommerflieder für keine heimische Schmetterlingsart das zum Überleben notwendige Raupenfutter.


Mehr zum Nachlesen


Der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND), Landesverband Hessen e.V., Kreisverband Darmstadt hat auf seiner Website eine Liste mit Raupenfutterpflanzen veröffentlicht, die Ihr hier runterladen könnt.


Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) hat auf der Internetseite floraweb.de eine Hitliste der Schmetterlingspflanzen veröffentlicht, also Pflanzenarten von denen sich entweder Falter oder Raupe ernähren.

von Oli Zwirner 12. Januar 2026
Vom 9. Bis zum 11. Januar fand nun zum 16. Mal in Folge die bundesweite „Stunde der Wintervögel“ statt. Der NABU und sein bayerischer Partner Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) riefen Naturfreunde auf, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und zu melden. Dabei zählen immer nur die Anzahl gelichzeitiger Sichtungen. Wir haben am Sonntagnachmittag von 15 bis 16 Uhr teilgenommen. Leider war das nicht der günstigste Zeitpunkt, waren am Vormittag noch Goldammern (Bild unten) und Distelfinken unterwegs, war es bei der Zählung dann etwas ruhiger. Zumindest haben sich unsere Feldsperlinge keine Blöße gegeben. Gewundert haben wir uns etwas aber über den Hausrotschwanz, der zumindest zu den Teilziehern zählt. Anbei die Zahlen unsere gleichzeitigen Sichtungen (bequem vom Sessel im Arbeitszimmer aus): Amsel: 3 Blaumeise: 2 Elster: 2 Feldsperling: 45+ Haussperling: 10+ Kohlmeise: 1 Rotkehlchen: 1 Heckenbraunelle: 2 Graureiher: 1 (Überflug) Türkentaube: 1 Zaunkönig: 1 Hausrotschwanz: 1 Übrigens können Beobachtungen noch zum 19. Januar an NABU oder LBV gemeldet werden.
von Oli Zwirner 7. Januar 2026
Ihr findet ab sofort alle Termine der AG Donaumoos Langenau e.V. für 2026 auf deren Website unter https://www.ag-donaumoos-langenau.de/termine . Das Jahresprogramm umfasst Pflegeeinsätze zur Gehölzpflege, Steuwiesenmahd und Nistkastenpflege im Naturschutzgebiet Langenauer Ried. Zudem gibt es Treffen und Führungen. Bei allen Terminen sind auch neue Gesichter gerne gesehen, ihr müsst nicht Vereinsmitglied sein. Übrigens: Das Donaumoos bei Langenau ist ein international bedeutendes Feuchtgebiet mit nationaler Würdigung als Fauna-Flora-Habitat und Vogelschutzgebiet. Titelbild: Pflegeeinsatz im September 2025
von Oli Zwirner 17. Dezember 2025
2026 finden wieder in Kooperation mit der vh ulm Führungen durch den Naturgarten Langenau statt. Die Termine stehen nun fest, die Anmeldelinks der vh ulm findet ihr auf unserer Website unter " Termine " beim jeweiligen Termineintrag. Die vh ulm erhebt einen kleinen Unkostenbeitrag von 5 € für Verwaltung und Veröffentlichung im Programm. Wir selbst nehmen nichts. Bitte bucht die Termine möglichst frühzeitig, bisher waren alle Termine immer restlos ausgebucht. Die Führungen stehen unter dem Motto ... "Vorbild Wildnis - wie kommt die Natur in den Garten?" Euch erwartet keine klassische Gartenbesichtigung mit nur ein paar hübschen Blumen. Vielmehr werdet ihr ganz viel darüber erfahren, was mit "Wildnis", "Natur" und "Artenvielfalt" überhaupt gemeint ist und was als Vorlage für den eigenen Naturgarten funktionieren kann. Wir werden uns dann bei der Gartenführung auch die einzelnen Biotopelemente im Naturgarten anschauen und dazu den Hintergrund und den Nutzen für die Artenvielfalt erklären. Wir geben euch u.a. Antworten auf die folgenden Fragen: Was sind die Unterschiede zwischen Honig- und Wildbienen? Warum heimische Wildpflanzen? Und was ist Koevolution? Wie können bestimmte Tierarten gezielt gefördert werden? Wieviel "Natur" ist ein Naturgarten und was ist Wildnis? Störungsökologie: Wann muss der Mensch eingreifen? Wie kann möglichst insektenschonend gemäht / geschnitten werden? Wie tief oder flach soll ein Naturteich sein? Wie geht insektenschonendes Licht? Fragen und Diskussion jederzeit erwünscht! Die Führungen finden bei jedem Wetter statt. Hunde an der Leine sind erlaubt. Ihr findet unseren Naturgarten unter der folgenden Adresse: Nelkenstr. 13, 89129 Wiese, Parkplätze gibt es z.B. an der Stadthalle oder Ludwig-Uhland-Schule, Karlstr. (ca. 100 m). Weitere Infos zu unseren Führungen gibt es auch hier .
von Oli Zwirner 18. November 2025
Zecken lauern im Gras, saugen Blut und können Krankheiten übertragen. Stechmücken nerven mit juckenden Stichen und lassen uns die eine oder andere Nacht nicht gut schlafen. Klar, dass die beiden Tierarten nicht gerade zu unseren Lieblingen gehören. Zwangsläufig stellt sich die Frage: „Wozu sind Zecken und Stechmücken eigentlich gut?“. Aus ökologischer Sicht tragen die beiden Parasiten jedoch viel mehr zum biologischen Gleichgewicht bei, als man zunächst vermuten würde.
von Oli Zwirner 7. November 2025
Oder trifft es vielleicht „Die halbe Ordnung ist das Leben, die andere Hälfte der Tod“ viel besser? Was für Arbeitsplatz und Wohnung durchaus sinnvoll sein mag, für Landschaft und Garten bringt unser Verständnis von Ordnung das Verderben. Übereifrige Ordnungsfetischisten sorgen mit Laubbläsern, Rasenmährobotern und Mulchern für verstümmelte Igel, vernichten ganze Insektenpopulationen und machen heimischen Wildpflanzen den Garaus. Damit es ordentlich ausschaut? Und fast alles nur für einen einzigen Grund. Damit es „ordentlich“ ausschaut. Dafür werden Gärten und Landschaften verstümmelt und solange aufgeräumt bis es keine Verstecke, Brutplätze und Nahrung mehr für unsere heimische Tierwelt mehr gibt. Kein Totholz darf stehen bleiben, kein Laub darf als Unterschlupf im Winter liegen bleiben. Jedes nur so kleine Loch in Gartenhaus oder Scheune wird zugemacht, keine Fledermaus und kein Vogel soll hier Unterschlupf finden. Könnten Außerirdische das beobachten, würden Sie uns Menschen für völlig ignorant und durchgedreht halten und uns dringend eine Therapie empfehlen. Doch wie könnte diese Therapie aussehen? Es braucht ein gesellschaftliches Umdenken, welches zwischen konstruktiver Ordnung in Haushalt und am Arbeitsplatz auf der einen Seite und destruktiver Ordnung in der „Natur“ unterscheidet. Für letzteren Bereich muss die Stigmatisierung von Menschen als asozial oder faul aufhören, nur weil sie z.B. in ihren Gärten über Winter Stauden stehen und außerhalb der Wege Laub liegen lassen. „Damit es ordentlich ausschaut“ darf kein Argument mehr für die Zerstörung unserer Lebensgrundlage sein und auch nicht "was der Nachbar wohl über mich denkt". Hier hilft langfristig nur Aufklärung und Mut.
von Lisa Zwirner 29. Oktober 2025
Insekten brauchen Winterquartiere
von Oli Zwirner 18. Oktober 2025
Fracture was? Beim sogenannten "Fracture pruning" (auch als "Coronet cut" bezeichnet) werden gezielt gezackte Schnitte längs der Faserrichtung in alte oder abgestorbene Bäume gesetzt, um den natürlichen Bruch von Ästen Sturm, Verfall oder Fäulnis nachzuahmen. Ziel ist es, Lebensraum für Wildtiere zu schaffen. Die entstehenden Risse und Hohlräume bieten Mikrohabitate für Insekten, Pilze und Mikroorganismen, welche wiederum Vögel und andere Tiere anlocken. Im Vergleich zu einem geraden Schnitt verläuft dieser Prozess erheblich schneller.
von Oli Zwirner 17. Oktober 2025
Nachdem wir in den letzten beiden Jahren deutlich weniger Bläulinge beobachten konnten als gewohnt, haben wir im vergangenen Herbst ein Magerbeet insbesondere für diese Schmetterlinge angelegt. Bepflanzt haben wir u.a. mit den Raupenfutterpflanzen wie Hauhechel, Hornklee und Wundklee. Aber auch für andere Arten haben wir gesorgt, z.B. mit Glockenblumen, Ziest, Echter Haarstrang, Rainfarn und mehr.
von Oli Zwirner 29. September 2025
Am vergangenen Samstag ehrte die Stiftung für Mensch und Umwelt die zahlreichen Gewinnergruppen bzw. Einzelpersonen bei ihrem diesjährigen Deutschland summt!-Pflanzwettbewerb. Gut 140 Gäste folgten der Einladung in die „Gärten der Welt“, wo sie bei einer Prämierungsfeier Urkunden, Geld- und Sachpreise entgegennahmen. Politischer Besuch war ebenfalls vor Ort und würdigte das große Engagement für die biologische Vielfalt. Ich selbst konnte in diesem Jahr als Jurymitglied leider nicht vor Ort in Berlin sein, habe aber mit allen Teilnehmern mitgefiebert.
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